Bangkok Tipps

Zugegeben, als ich im Dezember nach 1,5 Wochen Inselurlaub in Bangkok angekommen bin, wäre ich am liebsten gleich wieder geflüchtet. Es war mir im ersten Moment alles zu groß, zu laut, zu fremd und zu dreckig. Ich fühlte mich alleine etwas verloren in dieser riesigen Stadt und sehnte mich zurück zu einsamen Stränden, dem sanften Rauschen des Meeres und dem satten Grün des Dschungels.

Bisher hatte ich Bangkok genau aus diesen Gründen gemieden und die Stadt nur als notwendigen Zwischenstopp auf dem Weg zu meinen eigentlichen Zielen benutzt. Eine komplette Fehleinschätzung, wie sich herausstellen sollte.

Hotel in Bangkok

Nachdem ich auf der Insel eher im Einklang mit der Natur gelebt und mein bescheidenes Domizil mit Geckos, Ameisen und Moskitos geteilt hatte, fiel die Wahl in Bangkok auf die etwas luxuriösere Variante. Ich wollte unbedingt ein Hotel mit Dachterasse und Pool in ruhigerer Lage. Beides fand ich im Hotel Park Plaza Bangkok Soi 18 im Stadtteil Sukumvit.

Das Hotel liegt zwar nicht direkt im Stadtzentrum, allerdings ist die Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln perfekt: die Metro und die Skytrain sind vom Hotel aus in 5 Minuten zu Fuß zu erreichen.
Die guten Hotelbewertungen im Internet sind absolut gerechtfertigt, denn das Hotel bietet alles, was man braucht: einen tollen Service, riesengroße, moderne und saubere Zimmer, leckeres Frühstück mit großer Auswahl und ein Dachterassen-Pool zum Entspannen.

Tipp:

  • Ein Hotel in Bangkok sollte man unbedingt vorab online buchen, da es andernfalls teurer wird. Auch wenn ihr direkt vorm Hotel steht- bucht über die Webseite.
  • Wenn ihr nachts, so wie ich, wert auf ein paar Stündchen ruhigen Schlaf legt, denkt bei der Hotelauswahl immer daran: Taxi fahren ist in Bangkok sehr preiswert und man kommt überall hin. Es muss also nicht unbedingt das Zimmer mitten auf der Khao San Road sein. Den Statdteil Sukhumvit kann ich zum Wohnen sehr empfehlen.

Fortbewegung in Bankgok

Die größte Angst hatte ich davor, in Bangkok alleine von A nach B zu kommen. Im Nachhinein kann ich darüber nur lachen, denn die Fortbewegung in der Stadt ist sooo einfach.

– Metro und Skytrain…

… fahren ist wirklich kinderleicht! Tickets bekommt man entweder am Automaten oder an einer der Verkaufsstellen. Das Ziel ist auf dem Metroplan mit einer Nummer versehen, die gleichzeitig den Fahrpreis angibt. Ein Ticket kostet selbst auf weiteren Strecken nur einen Bruchteil von dem, was es in Deutschland kostet. Nach dem Zahlen erhält man eine Münze, die man gut aufbewahren muss, denn sie muss sowohl beim Eintreten, als auch beim Verlassen der Metro- und Skytrain-Station an der Schranke vor den Scanner gehalten werden.

Tipp:

  • Achtet immer darauf, Münzen oder kleine Scheine einstecken zu haben. Große Scheine nimmt der Automat nicht an.

– Taxi

Noch einfacher als Metro fahren ist es, ein Taxi zu nehmen. Das einzig nervige: der Kampf um den Einsatz des Taximeters. Taxifahrer sind in Bangkok dazu verpflichtet, nach Taximeter zu fahren. Dies ist auch die billigste Variante. Lasst euch keinesfalls auf Preisverhandlungen ein, auch wenn euch der Taxifahrer die ganze Zeit über beteuert, dass es mit Taximeter viel, viel teurer wird. Wird es definitiv nicht! Das ist immer eine Touristenfalle. Notfalls einfach wieder aussteigen und ein anderes Taxis suchen.

Tipp:

  • Vermeidet es, die wartenden Taxen vor Hotels zu nehmen, denn sie sind meist darauf aus, unschuldige Touristen abzuzocken. Am besten ein paar Meter weiterlaufen und ein Taxi heranwinken.
  • Immer, wirklich immer auf den Einsatz des Taximeters bestehen! Das ist definitiv die günstigste Variante.
  • Falls Ärger droht einfach das Smartphone zücken und ein Foto von der Fahrerlizenz machen (die hängt im Taxi aus). Das wirkt garantiert, denn im Falle einer Beschwerde bei der Taxizentrale droht dem Fahrer der Entzug der Taxilizenz. 

– Boot

Da Bangkok vom Fluss Chao Phraya geteilt wird, ist Bootfahren 1. eine tolle Erfahrung und prima Fortbewegungsmöglichkeit , 2. eine Abkürzung und Zeitersparnis, da man nicht auf Verbindungsbrücken angewiesen ist und 3. eine gute Variante, um die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive vom Wasser aus zu erkunden. Die Expressboote fahren im Linienverkehr und stoppen an verschiedenen Haltestellen. Das Ticket kostet umgerechnet nur ein paar Euro-Cent und der Ausblick vom Boot aus auf die Skyline Bangkoks ist wirklich fantastisch.

– Tuk Tuk

Das Tuk Tuk ist das wohl teuerste Fortbewegungsmittel in Bangkok, aber auch das spannendste und- vor allem bei Stau- das schnellste.

Tipp:

  • Unbedingt vor Fahrtantritt den Preis verhandeln, sonst kann es richtig teuer werden!

– Bus

Hier muss ich leider passen, denn Bussfahren habe ich nicht ausprobiert. Im Internet habe ich gelesen, dass Busfahren für Touristen etwas schwierig sein soll.

Die Haltestellen werden angeblich nicht angesagt und sind nur in thailändischer Schrift angegeben.
Falls ihr Erfahrungen mit dem Busfahren in Bangkok gemacht habt, bin ich sehr neugierig auf eure Geschichten und freue mich über Kommentare.

Bangkok-Sightseeing auf dem Fahrrad

Was stellt man denn in Bangkok so an? Eine Frage, die mich natürlich auch beschäftigte. Ich entschied mich dank der Empfehlung einer lieben Freundin und einer Reisebekanntschaft für eine Fahrradtour. Ja genau, ihr lest richtig! Eine Fahrradtour durch eine 6 Milionen Metropole? Ist das eine gute Idee? Ist es definitiv, glaubt mir! Vor allem dann, wenn ihr wenig Zeit habt und möglichst viel von der Stadt sehen möchtet.

Der abenteuerlustige Niederländer Co van Kessel war vor mehr als 30 Jahren der erste Fahrradtouranbieter in Bangkok. Das Büro von Co van Kessel befindet sich mitten in China Town. Hier starten auch die Touren. Nach einer kurzen Einführung darf sich jeder ein Fahrrad aussuchen und dann geht es auch schon los. Ich habe mich für eine 5-stündige kombinierte Fahrrad- und Bootstour entschieden und war total begeistert.

Wir fuhren in Gegenden, die ich ohne die Fahrradtour nie im Leben besucht hätte. Teilweise war es etwas abenteuerlich, vor allem als wir um 13:00 Mittags mit dem Fahrrad über den Markt in China Town fuhren. Der Besuch einer Englischklasse in einer Schule und die Fahrt entlang der Felder an der Stadtgrenze Bangkoks sind aber Erlebnisse, die ich nie vergessen werde.

Shoppen

Wer mag, kann seinen kompletten Bangkok-Urlaub ausschließlich in Shopping Malls verbringen. Davon gibt es nämlich sehr viele in Größendimensionen, die wir uns hier in Deutschland nicht wirklich vorstellen können. Markenartikel kosten allerdings genauso viel wie bei uns. Echte Schnäppchen kann man nur bei No-Name und Fake-Artikeln machen.

Da ich kein Fan von Shopping Malls bin, schon gar nicht im Urlaub, empfehle ich euch lieber auf einem (oder mehreren) der zahlreichen Märkte vorbeizuschauen. Auch hier kann man Shoppen, bekommt jedoch ganz nebenbei viel mehr von den Menschen und der Kultur des Landes mit, als in einer der anonymen Malls. Besonders die zahlreichen Essenstände auf den Märkten haben es mir angetan und ich liebe es, mich von Stand zu Stand durchzuprobieren.

Tipp:

  • JJ Green Night Market (nur einen Steinwurf entfernt vom Chatuchak Weekend Market)
  • China Town Market

Die höchste Rooftop Bar der Welt

Habt ihr den Film Hangover 2 gesehen? In einer der Szenen feiern die Hauptdarsteller im 64. Stockwerk der Sky Bar auf dem Lebua Tower, der höchsten Rooftop Bar der Welt .

Fast hätte ich mich gegen einen Besuch in der Sky Bar entscheiden, denn im Internet kursieren diverse Gerüchte, dass es eine harte Tür im Nobelhotel gibt und man auch gerne mal aufgrund unpassender Garderobe abgewiesen wird.

Als gut vorbereiteter Tourist packte ich in meine sonst eher legere Reisegarderobe sicherheitshalber ein halbwegs schickes Kleid und Ballerinas. Als ich im Hotel ankam, wurde ich gleich Zeuge davon, dass an den Gerüchten durchaus etwas dran war. Die Gruppe vor mir wurde aufgrund zu legerer Kleidung abgewiesen. Zu meiner großen Freude wurde ich aber problemlos durchgelassen und durfte mit dem Aufzug in die 64. Etage fahren.

Ein von Busserl&Brezn (@busserlandbrezn) gepostetes Foto am

Oben angekommen wurde ich von einem atemberaubenden Blick über die Stadt empfangen und beobachtete, wie die Sonne über Bangkok unterging. Gänsehautfeeling pur!

Tipp:

  • Die Sky Bar im Lebua Tower kann wohl nichts toppen. Wer es aber etwas entspannter mag, sich auch mit dem 38. Stockwerk zufrieden gibt und keine schicke Garderobe im Gepäck hat, der kann z.B. von der Zoom Sky-Bar des Anantara Sathorn Bangkok Hotels einen ebenfalls tollen Ausblick auf die Stadt genießen.
  • Ihr seid schon in Bangkok, wollt unbedingt in die Sky Bar, aber habt vergessen, ein schickes Kleid, lange Hosen und geschlossene Schuhe einzupacken? Kein Problem! Die findigen Thailänder haben am Eingang des Lebua Towers einen Verleih für die passenden Schuhe und Klamotten aufgebaut.

  • Für die Drinks in der Sky Bar solltet ihr euch etwas mehr Geld einstecken. Die Preise liegen auf dem Preisniveau einer schicken Münchner Bar. Aber der Ausblick ist es absolut wert.

Fazit

Bangkok ist eine Stadt voller Gegensätze. Vor allem die sozialen Unterschiede sind extrem. Auf der einen Seite sind da die beeindruckenden Hochhäuser, riesengroße Shoppingmalls mit Luxusmarken, eine gute Infrastruktur mit Metro und Skytrain und edle Rooftop Bars.
Die andere Seite Bangkoks ist leider weniger luxuriös: die Mehrzahl der Menschen lebt am Existenzminimum in ärmlichen Behausungen, die meist aussehen, als würden sie kurz vor dem Einsturz stehen.

Im Stadtzentrum erinnert das Stadtbild an westliche Metropolen, wie z.B. New York. Begibt man sich an die Stadtgrenze, wird man von einem ganz anderen Bild überrascht, welches schon fast einem Zeitsprung gleicht: hier werden Felder noch per Hand ohne entlastende Maschinen bestellt.

Eins ist ganz gewiss: Bangkok ist viel mehr, als nur ein Zwischenstopp zu anderen Zielen Asiens. Es ist vielmehr eine faszinierende, pulsierende Stadt voller Gegensätze mit Menschen, die mich überall herzlich empfingen. Ich komme definitiv wieder, denn es gibt noch soviel zu entdecken.

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