Pop-up Restaurant Fleischkonsum by Vincent Fricke

Am 24. August ist es soweit- München bekommt für insgesamt 8 Tage ein neues kulinarisches Highlight: Das Pop-up Restaurant „Fleischkonsum“ eröffnet im Nudo in der Maxvorstadt. Von Mittwoch bis Samstag jeweils ab 19:00 erwartet uns ein mehrgängiges, fleischlastiges Menü.

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Projektbegründer und Koch ist der 30-jährige Vincent Fricke, der schon mit seinem Supper Club Sonntagsbraten- a new urban tradition und als selbstständiger Berater mit seinem Consultingunternehmen „Food-Strategy“ sehr erfolgreich ist.

Seine These „Weniger Fleisch essen durch mehr Fleischkonsum“ klingt irgendwie paradox. Tatsächlich will Vincent Fricke damit auf einen Missstand in unserer Gesellschaft aufmerksam machen: den übermäßigen und unbedachten Fleischkonsum.
Denn anders als in der Generation unserer Groß- und Urgroßeltern, für die der Braten am Sonntag ein Luxus und etwas Besonderes war, kommt Fleisch heute bei uns täglich auf den Tisch.

Doch nicht nur das: In Zeiten von 1€-Burgern von Fastfoodketten und dem 6er Pack Bratwürsten für 1,99€ beim Discounter sind Fleisch und Wurst zur Massenware verkommen.
Um unseren enormen Fleischbedarf zu decken, werden Tiere auf engstem Raum unter lebensunwürdigen Umständen gehalten.

Nutztierhaltung - Bildquelle: Pixabay
Nutztierhaltung – Bildquelle: Pixabay

In Zahlen

Auf den Seiten des Statistischen Bundesamtes können die Fakten nachgelesen werden: 12,6 Millionen Rinder, 27,1 Millionen Schweine und 39,6 Millionen Lege­hennen werden in Deutschland gehalten. Zählt man Schafe, Puten und andere Nutztiere hinzu, leben insgesamt fast doppelt so viele Nutztiere wie Menschen in Deutschland.

Positiv zu vermelden ist, dass im 1. Quartal 2016 in Deutschland  die Fleischproduktion im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahres­zeitraum um 1,8 % (knapp 30.000 Tonnen) zurückging. Die Ursache dafür ist der Rückgang der Schweine- und Rind­fleisch­produktion. Die Geflügel­fleisch­erzeugung stieg allerdings leicht an.

„Wir müssen Fleisch wieder mehr zu schätzen lernen, genau wie das Tier dahinter“ – Vincent Fricke

Sind die 1,8% Rückgang in der Fleischproduktion Zufall, oder findet tatsächlich ein Umdenken in der Gesellschaft statt?
Genau dieses Umdenken wünscht sich Vincent Fricke. Denn nicht der Fleischkonsum an sich ist das Problem, sondern die Selbstverständlichkeit, mit der wir Fleisch konsumieren- ohne an das Lebewesen zu denken, das für unseren Konsum gestorben ist.

Die Fleischindustrie erzielt Millionengewinne auf Kosten der Tiere und unserer Gesundheit. Denn wenn zu viele Tiere auf zu engem Raum gehalten werden, sind diese Stress, Hitze und Hygieneproblemen ausgesetzt. Statt die Tiere artgerecht zu halten, werden große Mengen Antibiotika eingesetzt, um das System der Fleischerzeugung in industriellem Maßstab aufrechterhalten zu können.

Doch wir alle können mit unserem Konsumverhalten das Leben der Tiere und die Qualität des Fleisches beeinflussen.

From farm to fork – Fleisch vom Bauern nebenan

Der erste Schritt ist zu wissen, woher das konsumierte Fleisch kommt. Der „farm to fork“-Ansatz verfolgt den Weg von der Tierhaltung bis auf den Teller. Der Verbraucher kann dabei lückenlos zurückverfolgen, woher das Fleisch stammt und sich von den Lebensumständen der Tiere selbst ein Bild machen.

Glückliche Kühe
Glückliche Kühe auf der Weide – Bildquelle: Pixabay

Das Fleisch für das Menü in seinem Pop-up Restaurant bezieht Vincent deshalb von einem regionalen Biohof in Waging am See und von der Metzgerei Graf.

From nose to tail

Vincent ist Verfechter des sogenannten „from nose to tail“ Prinzips, zu deutsch: von der Schnauze bis zum Schwanz.

Diese Art der Fleischverwertung fordert aus Respekt zum Tier dazu auf, das gesamte Tier zu verwerten und nicht nur die „Edelteile“, wie Rücken, Kotelett, Filet & Co.

Was in vielen vor allem ärmeren Ländern eine Selbstverständlichkeit ist, jagt uns in Deutschland oft einen Schauer über den Rücken. Schweinekinn, Schweinebacke und Hühnerherz?- allein schon die Vorstellung davon, darauf herumzukauen, löst bei den meisten Menschen Ekel aus.

Vom 24. August an will Vincent uns deshalb zwei Wochen lang in seinem Pop-up Restaurant in der Maxvorstadt davon überzeugen, dass sich alle Teile des Tieres zu einem köstlichen Mehrgangmenü verwerten lassen. Der Vorteil liegt auf der Hand:

Beim Pre-Opening des Pop-up Restaurants durfte ich vorab schon mal probieren und war begeistert. Kalbries und Schweinebacke waren zwei der Menübestandteile, die mir trotz anfänglicher Skepsis wirklich sehr gut geschmeckt haben.

Pop-up Restaurant „Fleischkonsum“

Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid und euch selbst davon überzeugen wollt, dass Innereien auch schmecken können, freut sich Vincent über euren Besuch.

Das Popup Restaurant Fleischkonsum hat vom 24. August bis zum 3. September geöffnet. Das mehrgängige Menü gibt es inkl. Aperitif und zzgl. weiterer Getränke für 36 Euro (3-Gang), 42 Euro (4-Gang) und 47 Euro (5-Gang).

Adresse:
Nudo, Amalienstr. 53, 80799 München

Öffnungszeiten:
24.8. bis  3.9. 2016
Mi-Sa, 19 bis 23 Uhr

Reservierung ab 8. August:
telefonisch unter 0177-7288667 oder per Email unter bairischstew@gmail.com

Weitere Infos über Vincent und seine Projekte findet ihr hier.

Vielen Dank an an Vincent Fricke für die Einladung zum Pre-Opening. Meine Meinung blieb von der Einladung wie immer unbeeinflusst.

2 Gedanken zu „Pop-up Restaurant Fleischkonsum by Vincent Fricke“

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