Paradise Island Koh Kood (Koh Kut)

Der Regen prasselt an die Fensterscheibe, es ist grau und kalt- so richtig schönes „Igitt“-Wetter! Was macht man an solchen Tagen? Richtig, entweder kuschelnd auf der Couch sitzen, oder sich warme Gedanken machen.

Und so sitze ich an diesem grauen, verregneten Mai-Abend vor meinem Rechner, sortiere Urlaubsfotos und schwelge in Erinnerungen. Und bei dieser Gelegenheit fällt mir ein, dass ich euch doch noch etwas detaillierter von meiner kleinen Auszeit in Asien berichten wollte, die im Dezember 2015 in Thailand begann.

Welcomedrink_Watermelonshake_Bangkok

2015 war für mich wie das vorher beschriebene Wetter: dunkelschwarzgrau und einfach richtig igitt! Deshalb musste ich auch dringend weg von allem. Am besten so weit weg wie möglich!

Gesagt, getan! Von München aus ging es mit meiner liebsten Freundin Giulietta Wurst und mit Emirates über Dubai zunächst nach Bangkok.
Unser Plan: eine Woche Strandurlaub auf einer thailändischen Insel, ein paar Tage Tempel bestaunen in Kambodscha und ein paar Wochen Erkundungstour durch Vietnam.

Um die Wege relativ kurz zu halten, suchten wir für unsere erste Etappe nach einer Insel nahe der thailändisch-kambodschanischen Grenze und entdeckten ein wahres Inselparadies fernab des Massentourismus: Koh Kood (auch: Koh Kut).

Anreise

Doch vor dem Vergnügen kommt bekanntlich die Arbeit. Habt ihr euch schon mal gefragt, warum einsame Inseln trotz 7 Milliarden Erdenbürgern einsam sind? Eben! Man erreicht sie nämlich im Allgemeinen eher schlecht.

Im Falle von Koh Kood hieß das: 6 Stunden Busfahrt von Bankok aus plus 1,5 Stunden Fährüberfahrt von Laem Ngop auf die Insel.
Der etwas komfortablere Weg ist es, von Bangkok nach Trat zu fliegen. Allerdings entschieden wir uns für die sehr viel preisgünstigere Busfahrt, um die Reisekasse etwas zu schonen.

Um Mittags die Fähre am Laem Ngop Pier pünktlich zu schaffen, hieß es früh aufstehen. Denn der Bus fuhr schon 6:00 Uhr Morgens in Bangkok ab- und das gleich wenige Stunden nach unserem Langstreckenflug. Doch die Vorfreude auf den beginnenden Urlaub hielt uns fit und so überstanden wir die Busfahrt heil, trotz fehlender (Pinkel)pause (die Thailänder scheinen sehr strapazierfähige Blasen zu besitzen!).

Thailand_Koh Kood_Island Harbour

Nachdem uns ein Pickup-Taxi vom Busterminal zum Pier brachte und wir die längere Wartezeit überstanden hatten, saßen wir endlich, endlich auf der Fähre.
Hier setzte dann auch zum ersten Mal richtiges Urlaubsfeeling ein: die Sonne schien mir ins Gesicht, eine Brise Meeresluft wehte um meine Nase, meine Haare flatterten wild im Wind und ein glückseliges Grinsen machte sich auf meinem Gesicht breit.

Dschungelinsel Koh Kood

Die Fähre fuhr zunächst die Insel Koh Mak an. Hier ging ein Großteil unserer Mitfahrer von Board.
Ein paar Minuten später sahen wir endlich Koh Kood vor uns: ein Inseltraum in grün. Denn die viertgrößte thailändische Insel ist vollständig von Regenwald bedeckt.

Thailand_Koh Kood

Nachdem wir an Land gegangen waren, brachte uns ein schon bereit stehender Shuttleservice zu unserem Resort- das schönste Resort auf der Insel, wie uns später erzählt wurde.

Thailand_Koh Kood_Shuttle

Peter Pan Resort

Im Peter Pan Resort schnappte sich nach freundlich-zurückhaltender Begrüßung ein thailändischer Superman unsere beiden! Rucksäcke, um sie in unser Domizil für die nächsten Tage zu tragen.

Thailand_Koh Kood_Backpack

Was uns dort erwartete, war wie ein Traum- ein kleines Häuschen inmitten von ganz viel Grün ganz für uns alleine mit Blick auf’s Wasser und Palmen.

Thailand_Koh Kood_Peter Pan Ressort_Sea Fan

Nach einem kurzen Freudentanz durch unser Appartement machten wir uns neugierig auf, die Umgebung zu erkunden.

Thailand_Koh Kood_Peter Pan Ressort_View

Das Ressort liegt am Klong Chao Beach, einem Strand, der schöner nicht hätte sein können. Wenn mich jemand vorher gefragt hätte, wie ich mir das Paradies vorstelle, hätte ich es exakt so beschrieben: weißer, feinkörniger Sandstrand, seichtes, türkisblaues Wasser und Palmen, die Schatten spenden. Dazu ein paar dekorative Kokosnüsse am Strand und fertig ist das Idyll.

Thailand_Koh Kood_Beach_Coconut

Dank Wlan-Empfang im Meer (ein Hoch auf die digitalisierte Welt!) konnte ich im Wasser plantschend meine Eindrücke gleich via Whatsapp-Telefonie mit meiner Family teilen. Live-Meeresrauschen inklusive!

Thailand_Koh Kood_Peter Pan Ressort_Beach

Das Beste: der Strand gehörte uns ganz allein. Weit und breit war kein Mensch in Sicht. Zumindest zu Beginn unseres Aufenthaltes.

Beachlife

Was treibt man denn so als stress- und kältegeplagter Mitteleuropäer auf einer Insel? In unserem Fall: erstmal nichts, rein gar nichts!

Thailand_Koh Kood_Beach_Palmtrees

Auf der Fähre hatten wir P. kennengelernt. Sie empfahl mir ein Buch, welches ich hier als Tipp gerne an euch weitergebe, denn es hat mir etliche Lachanfälle am Strand und die perfekte (Urlaubs)einstellung beschert: „Einen Scheiss muss ich“ von Sean Brummel alias Tommy Jaud. Ein ironisches Sammelsurium an Ideen gegen die Bevormundung, den Leistungswahn und ganz allgemein das Müssen.

Und weil wir einen Scheiss mussten, verbrachten wir die ersten Tage  ausschließlich und ohne schlechtes Gewissen faul am Meer.

Meine Lieblingsbeschäftigung neben Lesen und mit Giulietta über das Leben philosophieren war es, mich einfach im Meer treiben zu lassen bis meine Haut ganz schrumpelig war, Einsiedlerkrebse zu ärgern, frischgepresste Säfte zu schlürfen, superleckeres Thai-Food in mich reinzustopfen und den allabendlichen Sonnenuntergang am Strand zu bestaunen.

Thailand_Koh Kood_Sundown

Kurzum: alle Probleme waren ganz weit weg und ich war das erste Mal seit ganz, ganz langer Zeit wieder glücklich.

Thailand_Koh Kood_Beach_Palmtrees_02

Inselcruise

Nach ein paar Tagen wurde es uns dann aber doch zu langweilig [Anm.: eigentlich plagte uns eher das schlechte Gewissen, als wir P. zum Abendessen trafen und sie uns von ihren Erkundungstouren über die Insel berichtete und uns nach unseren Erlebnissen fragte …].

Also beschlossen wir, die Insel auf dem Motorroller unsicher zu machen.  Den leihten wir uns für umgerechnet ca. 10€ direkt im Hotel aus. Einen Helm gab es übrigens nicht dazu.
Besonders stolz macht mich, dass ich hier lebend davon berichten kann, denn ich hatte auf Koh Kood meine Rollerpremiere.

Glücklicherweise war der Verkehr auf der Insel sehr überschaubar und wir konnten uns langsam an den Linksverkehr und das ungewohnte Fortbewegungsmittel gewöhnen.
Etwas verwirrend waren manchmal die Schilderwälder. Aber verfahren kann man sich auf Koh Kood nicht wirklich, denn es gibt nur eine befestigte Straße quer über die Insel.

Um an die Strände zu kommen, muss man meist offroad über sandige Wege fahren- mit dem Roller nicht ganz ohne. Als Belohnung warten dann aber Palmenwälder, einsame weiße Strände, und türkisblaues Wasser. Das Paradies pur!

Klong Chao Wasserfall mit natürlicher Pediküre

Ein schönes Touristenhighlight sind die beiden Wasserfälle auf der Insel, die dank Trockenzeit gerade recht überschaubar gefüllt waren. Es gibt sicher spektakulärere Wasserfälle, aber verbunden mit einem Ausflug in den Regenwald sind sie ein nettes Ausflugsziel.

Thailand_Koh Kood_Waterfall

Wer auf natürliche Pediküre steht, sollte aber unbedingt beim Klong Chang Wasserfall vorbeischauen. Denn die kleinen Fische leben in den natürlichen Wasserbecken oberhalb des Wasserfalls und knabbern gerne Hornhaut und Härchen ab. Eine sehr witzige und vor allem kitzlige Erfahrung. Für Mutige: einfach mal mit dem ganzen Körper ins Wasser legen.

Thailand_Koh Kood_Waterfall02

Schnorchelausflug

Nachdem wir das Festland erkundet hatten, blieb nur noch das Wasser. Rund um die Insel gibt es einige Korallenriffe, die tauchend oder auch schnorchelnd entdeckt werden können. Anbieter für entsprechende Tagestrips gibt es genug. Unser gebuchter Ausflug führte uns zu drei Spots.

Thailand_Koh Kood_Steg

An einem der Korallenriffe waren Unterwasserskulpturen aufgestellt. Wir hofften auf eine interessante Geschichte, es stellte sich allerdings heraus, dass es sich um eine reine Touristenattraktion handelt und die Skulpturen aufgestellt worden waren, um den Ort spannender zu machen. Schön anzuschauen waren sie trotzdem.

Thailand_Koh Kood_Snorceling Trip

Unser letzter Spot befand sich kurz vor einer kleinen Insel, die bei näherem Hinsehen genau wie das Korallenriff, voller Müll war. Besonders kritisch: es war nahezu unmöglich, die Korallen nicht zu berühren, da das Wasser sehr seicht war. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis das Riff von Touristen plattgetrampelt wird.

Yoga am Strand

Ich liebe Sport, aber zu Yoga hatte ich ehrlich gesagt immer ein recht gespaltenes Verhältnis. Auf Koh Kood habe ich es Dank Micheline, einer Holländerin, die wir eines Abends im „Fisherman’s Hut“ („the place to be“ auf Koh Kood und der beste Ort, um fangfrischen Fisch zu essen) kennenlernten, lieben gelernt. Die Globetrotterin und Yogalehrerin gab neben Privatstunden täglich 10:00 Uhr im Koh Kood Resort Yogastunden für alle, die Lust hatten. Für 300 Baht gab es fast 2 Stunden Yoga mit einem traumhaften Blick auf’s Meer. Schöner kann der Tag nicht starten!

Thailand_Koh Kood_Reception

Bybe, bye Koh Kood, Hallo Kambodscha!

Doch alles hat ein Ende und so auch der schönste Aufenthalt im Paradies- nach 7 Tagen hieß es: la gòn ká Koh Kood! Auf nach Kambodscha!

Mit Tränchen in den Augen verließ ich die Insel. Ich hoffe sehr, dass Koh Kood nicht, so wie viele der anderen wunderschönen Inseln weltweit, dem Massentourismus zum Opfer fällt.
Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass es für immer so ein kleines Paradies bleibt, wie es jetzt noch ist.

Reiseorganisation

Doch kommen wir zum wahrscheinlich anstrengendsten Teil einer Reise: der Reiseplanung und -organisation. Mit ein bisschen Recherchearbeit im Voraus ist das aber gar kein Problem und ein echtes Kinderspiel, denn Thailand ist allgemein ein sehr reisefreundliches Land. Der schwierigste Part war die Organisation der Weiterreise von Koh Kood nach Siem Reap in Kambodscha, denn hier gab es wenige Informationen und Erfahrungsberichte, auf die wir zurückgreifen konnten.

Übernachtung Bangkok

In Bangkok wollten wir möglichst nah am Busterminal Ekkamai übernachten, da wir schon sehr früh weiterreisen mussten. Wir entschieden uns für das preisgünstige, aber dennoch sehr gute THA City Hotel, das ich auch absolut weiterempfehlen kann. Zu Fuß lag es ca. 10  Minuten vom Busterminal entfernt.

Hinfahrt Bangkok – Laem Ngop – Koh Kood

Die Bustickets für die Hinfahrt von Bankok nach Laem Ngop kauften wir am Vorabend direkt am Busterminal Ekkamai in Bangkok.
Das Pickup-Taxi zur Fähre am Pier wartete schon am Busterminal in Laem Ngop auf ankommende Touristen. Dort wurde uns gleich ein Kombiticket für Taxi und Fähre verkauft.

Unterkunft auf Koh Kood

Die Auswahl an Unterkünften ist etwas begrenzt, wenn man schon von daheim aus buchen möchte. Auf der Seite: http://www.koh-kut.de/resorts/resorts.html fanden wir im Internet alle Resorts gleich mit Bewertungen. Das war ganz praktisch, um das ein oder andere Ressort von vornherein auszuschließen. Viele der Unterkünfte waren allerdings schon ausgebucht. Durch einen glücklichen Zufall gab es noch einen freien Bungalow im Peter Pan Resort. Das Resort ist allerdings etwas hochpreisiger- die Lage und die Schönheit der Analge sind das Geld aber definitiv wert. Das Resort zählt absolut zu recht zu einem der schönsten auf der Insel

Weiterreise Koh Kood – Grenze Kambodscha

Die Weiterreise nach Kambodscha organisierten wir vor Ort über’s Internet mit einem Privattransfer, der insgesamt etwas teurer, dafür aber wesentlich komfortabler als die Reise mit öffentlichen Bussen war.  Dafür war einige Recherchearbeit notwendig. Diese hat sich aber definitiv bezahlt gemacht.

Finanzen

Bevor es nach Koh Kood geht, solltet ihr unbedingt ausreichend Bargeld einstecken. Angeblich gibt es einen! Geldautomaten auf der Insel. Ich habe allerdings keine Ahnung, wo der stehen soll. Und ob er dann funktioniert, wenn man ihn braucht, ist die andere Frage …

Und wie ging es in Kambodscha weiter?

– Das erzähle ich euch ganz bald hier auf dem Blog im zweiten Teil des Asien-Reiseberichtes.

4 Gedanken zu „Paradise Island Koh Kood (Koh Kut)“

    1. Vielen Dank, liebe Cornelia! Freut mich sehr, dass dir die Fotos gefallen. 🙂 Griechenland ist auch toll! Heute bin ich schon wieder in Urlaubsfoto-Stimmung- es regnet schon den ganzen Tag. Wie gut, dass wir auf die Fotos zurückgreifen können. 😉 Ganz liebe Grüße!

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