Ein Couchpotatoe unterwegs – Die Lange Nacht der Architektur am 23.01.2015 in München

Die „Lange Nacht der Architektur“ sollte am 23. Januar zum dritten Mal in München stattfinden. Überall hingen Werbeplakate aus. Das machte mich neugierig. Architektur mag ich grundsätzlich.

All Art has been contemporary

Doch die Frage war, ob ich mich wirklich bei Schmuddelwetter und eisigen Temperaturen aus dem Haus begeben möchte, nur um Gebäude anzuschauen. Wie schon erwähnt, vergrabe ich mich im Winter gerne in meiner schön warmen Wohnung und harre den Dingen, die da kommen (Frühling!!!).

Doch als ich mich eines schön entspannten Arbeitstages intensiv mit dem Programm beschäftigte, kam die Euphorie. Alles hörte sich sehr spannend an. Natürlich ist da immer die Frage: Was schaut man sich an, was lässt man weg? Denn bei 50 Locations, die quer über die Stadt verteilt sind, ist klar: alles kann man nicht sehen.

Nach reiflicher Überlegung und Routenoptimierung mit eingebauten kulinarischen Zwischenstopps zur Stärkung, stand meine persönliche Routenplanung mit ca. 30 Stationen fest. Bewaffnet mit meiner Kamera stürzte ich mich mit meiner Begleitung ins Geschehen.Die erste Station war das Ägyptische Museum. Schon von außen war zu erkennen: irgendwas ist hier anders als sonst. Die Fassade war blau angestrahlt. Innen konnte sich der interessierte Besucher das Museum anschauen. An einigen Stellen waren Lichtinstallationen angebracht. Der Kontrast zwischen den alten Ausgrabungsstücken und den modernen Lichtelementen war sehr interessant anzuschauen. Ein guter Start.

Ägyptisches MuseumÄgyptisches Museum_2

Nach all den Pharaonen, Statuten und Schriftzeichen musste allerdings erstmal eine Stärkung her. Direkt um die Ecke ist das „Le Du“ in der Theresienstr. 18. Dort kann man köstliches „Dim Sum“ genießen (gefüllte chinesische Teigtaschen. Superlecker!!!).

Eigentlich sollte das Essen zur Stärkung beitragen. Allerdings trat bei mir das genaue Gegenteil ein. Ich wurde sehr müde. Schrecklich müde… Es kostete mich unheimlich viel Kraft, mich von meinem warmen Plätzchen im „Le Du“ zu erheben und wieder raus in die Kälte zu gehen.

Aufgrund der vorangeschrittenen Zeit (inzwischen war es schon kurz vor 22:00) entschieden wir uns, ein paar Stationen zu überspringen. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Kälte war ich wieder wach und wurde an der künftigen Siemens Zentrale am Wittelsbacher Platz für alle Mühen entschädigt. Die aktuelle Bauruine erstrahlte in schönstem Pink und Grün.

Siemens Headquarter BaustelleSiemens Headquarter Lichtinstallation

Nach einem Kurzfilm über das künftige Gebäude entschied ich mich spontan, gleich am Montag eine Bewerbung bei Siemens einzureichen- allein wegen dieser tollen Büros. Viel besser als mein derzeitiger Ausblick auf die Sbahn-Gleise. Und diese Innenstadtlage- perfekt für eine kleine Shoppingmittagspause. Aber ich schweife ab.

Weiter ging es im Eilschritt (es war jetzt schon 22:20, nur noch ca. 1,5 Stunden bis zum Ende und wir hatten gerade mal 2 von 50 Stationen gesehen…) zum Louis-Hotel am Viktualienmarkt. Dort wurden wir mit den Worten „Die letzte Führung findet gerade statt. Wir können leider niemanden mehr in die oberen Etagen lassen.“ begrüßt. Na fantastisch. Zu spät. Dank eines sehr netten Hotelmitarbeiters kamen wir dann aber doch noch in den Genuss der 260€-pro-Nacht-Zimmer mit Ausblick auf den Viktualienmarkt.

Deprimiert stellte ich fest, dass jedes dieser Hotelzimmer größer als mein derzeitiges Ein-Zimmer-Appartement in der Maxvorstadt ist.  Aber dafür ist meine Miete viel günstiger als die 260€/Nacht (ich übe mich gerade im positiven Denken!).

Schnell weiter zum Gloria-Palast. Dies sollte schon unsere letzte Station werden. Glücklicherweise kamen wir pünktlich zur Rede der Architektin. In den gemütlichen Ledersesseln mit Fußstütze war es so kuschelig und bequem, dass ich am liebsten gar nicht mehr weggegangen wäre.

Das Fazit des Abends: Natürlich haben wir uns viel zu viel vorgenommen und viel zu wenig gesehen. Aber selbst die wenigen Stationen waren den Ausflug zur Langen Nacht der Architektur wert. Und nächstes Jahr gibt es hoffentlich wieder eine! Ich freue mich schon darauf!

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