Another black Fri… Saturday! Mando Diao Konzert in München

Ich bin ganz aufgeregt. Ein Ausflug zum Mando Diao Konzert steht bevor!

Mein letztes Konzert liegt schon ein Weilchen zurück. Und ich schwelge in Erinnerungen: Damals bei den Backstreet Boys Konzerten haben wir uns schon fünf Stunden vorher angestellt, um auch wirklich einen Platz in der ersten Reihe zu erkämpfen und vielleicht ein Lächeln, ein verschwitztes Handtuch oder einen feuchten Händedruck von Nick Carter einfangen zu können.

Heute, gefühlte 100 Jahre später, haben wir uns für 19:30 verabredet- also eine halbe Stunde vor Konzertbeginn. Das muss reichen. In der ersten Reihe müssen wir nicht mehr zwingend stehen- viel zu eng, zu viel Gedrängel.

Nachdem wir ein paar Orientierungsschwierigkeiten hatten (zwei Mädels im Dunkeln auf dem Weg ins Zenith ohne Orientierungssinn, aber dafür mit Google Maps…) haben wir es dann fünf Minuten vor Konzertbeginn geschafft, vor der Halle zu stehen. Schnell noch eine andere Freundin einsammeln (sie war in männlicher Begleitung und hatte deshalb weniger Orientierungsprobleme! Klischeeschublade 1 auf und wieder zu ;)), Gin Tonic kaufen (die Wahl eines alkoholischen Getränkes war eine sehr gute Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte) und einen Stehplatz in den hinteren Reihen mit optimaler Sicht finden.

Bei dieser Gelegenheit habe ich mal wieder festgestellt, dass eine Brille eine gute Investition wäre… Aber bei einem Konzert geht es ja um die Musik. Also ums Hören. Sehen wäre zwar auch ganz schön wegen den spektakulären Bühenshows und den nett anzusehenden Jungs von Mando Diao. Aber was soll’s. Im „Alter“ muss man Abstriche machen.

Mando Diao Konzert Zenith

Wie sich zeigte, ist nichts Sehen manchmal auch ein Segen. Zuerst spielte die Vorband: „Krystal and Johnny Boy“. Mir wurde klar, dass der Gin Tonic eine gute Investition war, denn ohne Alkoholeinfluss und bei klarem Verstand war die Band, wie soll ich sagen, schwierig.

Krystal hatte sich für eine heiße Lederhotpants entschieden. Dank meiner schlechten Augen habe ich die ganze Zeit überlegt, ob sie ein nudefarbenes Oberteil trägt, oder ganz darauf verzichtet hat. Nachdem mein Blick zu Johnny Boy schweifte, wurden meine Befürchtungen noch stärker. Johnny Boy hatte nämlich definitiv die Hose daheim gelassen. Dafür hatte er ein weißes Hemd und Engelsflügelchen angelegt. Die Hose wäre mir allerdings lieber gewesen… Beide hatten weiß geschminkte Gesichter und Krystal trug auf dem Kopf eine Maske. Schnell noch einen zweiten Gin Tonic geholt.

Nachdem Krystal und Johnny Boy ihr psychedelisches Programm beendet hatten, kamen Mando Diao. Wie sich herausstellte, waren Krystal und Johnny noch harmlos gegen den Hauptact. Die haben nämlich gleich ganz auf das Bühnenoutfit verzichtet und bevorzugten Bademantel und Handtuch um die Hüften.

Aber ich hatte Verständnis. Der Konzertsaal war nur halb gefüllt. In schlechten Zeiten wird das Geld schon mal knapp. Und spätestens nach der Griechenland-Krise wissen wir alle, dass Sparen die Lösung in solchen Situationen ist. Handtücher und Bademäntel besitzt man als Saunagänger und Vorzeigeschwede ohnehin (Klischeeschublade 2 auf und wieder zu). In Zeiten, wo alle von Recycling und DIY reden, wird auch gleich noch das Image aufpoliert. Deshalb war das Outfit meiner Meinung nach eine hervorragende Wahl.

Leider hatten wir teilweise die Befürchtung, dass vor Konzertbeginn entweder Drogen konsumiert wurden, oder die Hitze des letzten Saunaganges etwas Verwirrung im Kopf hinterlassen hat. Zur Anmoderation des Songs „Another black Saturday“ fragte der Sänger, welcher Tag denn ist. Die korrekte Antwort hätte „Friday“, also Freitag heißen müssen. Er bestand allerdings darauf, dass es „fucking Saturday“ ist. Aber vielleicht hat er sich auch einfach nur in der Zeitzone geirrt. Oder Mando Diao Konzerte sind sonst nur am Samstag, damit die Anmoderation funktioniert.

Nachdem er uns noch von seinem Hass auf alles berichtet hatte und ein paar weitere Male das böse „F-Wort“ verwendet hatte, war das Konzert auch schon vorbei. Etwas verwirrt und beschwipst zogen wir mit den Massen Richtung Ubahn. Während wir uns selbst noch fragten, wie wir das Konzert nun finden sollten, fingen wir einige Wortfetzen anderer Konzertbesucher ein. Positive Stimmen vermeldeten: „Mando Diao sind erwachsen geworden“ und „Musiker müssen ein bisschen verrückt sein“. Die Kritiker beschwerten sich, dass das rein gar nichts mehr mit den Mando Diao zu tun hatte, die man kennt.

Das Fazit des Abends war jedoch: wir hatten einen tollen Abend und jede Menge Spaß. Und das ist es doch, was am Ende des Tages zählt. Danke Mando Diao!

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